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WhatsApp ermöglicht ab sofort die Reservierung von Nutzernamen – eine lang erwartete Funktion, die es ermöglicht, Kontakte zu knüpfen, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Wie das zu Meta gehörende Unternehmen am 29. Juni offiziell bekanntgab, ist die Funktion als optionaler Privatsphäre-Schutz konzipiert. Doch während Usernamen die Hürde der Nummernweitergabe senken, eröffnen sie auch neue Angriffsflächen für unerwünschte Kontaktaufnahme.
Reservierung ab sofort
Die Reservierung erfolgt direkt in der App unter Einstellungen > Account > Username. Der Name kann zwischen drei und 35 Zeichen lang sein, ein Generator hilft bei der Auswahl. Bestimmte Namen sind für Unternehmen und öffentliche Personen reserviert, wie das Unternehmen gegenüber The Hacker News erklärte. Wer bereits einen Instagram- oder Facebook-Namen besitzt, kann diesen optional auch auf WhatsApp beanspruchen.
Der vollständige Launch soll in den kommenden Monaten schrittweise erfolgen. Alice Newton-Rex, Vice President bei WhatsApp, sagte gegenüber TechCrunch: „Wenn du jemanden Neuen kennenlernst, kann das Teilen deiner Telefonnummer wie ein großer Schritt wirken. Usernamen sollen dir die Kontrolle darüber geben, wer deine Nummer sehen kann.“
So schützt der Username die Privatsphäre
Nach Aktivierung sehen andere Nutzer beim ersten Kontakt nicht mehr die Telefonnummer, nur der Username ist sichtbar. WhatsApp betont jedoch, dass es kein öffentliches Verzeichnis gebe: Nur wer den exakten Namen kennt, kann darüber Kontakt aufnehmen. Die Telefonnummer bleibt weiterhin für die Kontoerstellung nötig.
WhatsApp führt zudem einen optionalen „Username Key“ ein – einen Code, den andere beim ersten Kontakt zusätzlich kennen müssen. Ein Meta-Sprecher gegenüber The Hacker News: „Andere müssen nicht nur deinen exakten Usernamen, sondern auch deinen Key kennen.“ Der Key kann jederzeit zurückgesetzt werden, um unerwünschten Kontakt zu unterbinden, ohne den Usernamen ändern zu müssen.
Neue Risiken durch mehr Auffindbarkeit
Die neue Freiheit hat eine Kehrseite: Bisher stellte die Telefonnummer eine natürliche Hürde dar: sie ist schwer zu erraten und wird nur selten öffentlich geteilt. Ein Username hingegen lässt sich auf Social Media, in Foren oder Streams verbreiten. Wer ihn einmal gepostet hat, kann nicht kontrollieren, wer ihn sieht und für Kontaktversuche nutzt.
Parallel zu Plattformen wie Instagram oder X droht „Handle-Squatting“, das vorsorgliche Blockieren von Namen durch Dritte. Meta gibt an, Prominenten-Namen reserviert zu haben, doch ob das flächendeckend gelingt, bleibt abzuwarten. Auch der Username Key schützt nicht vor sozialer Manipulation: Wer den Key mit einem vermeintlich vertrauenswürdigen Kontakt teilt, riskiert, dass dieser weitergegeben wird.
Fortschritt mit Nebenwirkungen
WhatsApp schließt mit den Usernamen eine lang bestehende Lücke im Datenschutz des Messengers. Der optionale Username Key zeigt, dass sich Meta der Risiken bewusst ist und sie zumindest teilweise entschärfen kann. Letztlich ist die Funktion ein Werkzeug: Wer sie mit Bedacht nutzt und den Key aktiviert, gewinnt echte Privatsphäre. Wer seinen Usernamen jedoch unbedacht öffentlich teilt, macht sich für eine neue Form der Kontaktaufnahme angreifbar, gegen die es technisch kein Zurück mehr gibt.