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Samsung hat mit dem Galaxy Z Fold 8, dem Fold 8 Ultra und dem Flip 8 erstmals Silizium-Kohlenstoff-Akkus in seine Foldable-Reihe integriert. Die neue Batterietechnologie verspricht höhere Energiedichte bei geringerer Bauhöhe – ein entscheidender Vorteil für die immer dünner werdenden Falt-Smartphones. Doch wie EU-Datenbank-Dokumente nun zeigen, hat der Technologiewechsel einen Preis: Die Lebensdauer der Akkus sinkt im Vergleich zu den Vorgängern drastisch. Laut Berichten von Winfuture und Schmidtis Blog verlieren die neuen Zellen bereits nach deutlich weniger Ladezyklen an Kapazität als noch beim Galaxy Z Fold 7.
Was steckt hinter der neuen Akkutechnologie?
Klassische Smartphone-Akkus nutzen Graphit als Anodenmaterial. Silizium kann dagegen theoretisch bis zu zehnmal mehr Lithium-Ionen aufnehmen, was eine deutlich höhere Energiedichte ermöglicht. Hersteller mischen deshalb Silizium-Kohlenstoff-Verbindungen in die Anoden ein, um bei gleicher Baugröße mehr Kapazität unterzubringen. Für Samsung ist das ein willkommener Mechanismus: Die aktuellen Foldables sind mit 4,1 Millimetern Dicke im aufgeklappten Zustand dünner denn je, und trotzdem passen größere Akkus hinein.
Das Problem: Beim Lade- und Entladevorgang dehnt sich Silizium um bis zu 300 Prozent aus und zieht sich danach wieder zusammen. Dieses ständige Wechselspiel zermürbt die Mikrostruktur der Anode und führt zu einer rascheren Kapazitätsabnahme. Um Gehäuseschäden und Sicherheitsrisiken zu minimieren, müssen Hersteller die Anzahl der maximalen Ladezyklen begrenzen – wie die EU-Datenbank EPREL nun für die Samsung-Modelle bestätigt (laut 9to5Google und Winfuture).
Die Zahlen aus der EU-Datenbank
Laut der Europäischen Energielabel-Datenbank EPREL schaffen die Akkus des Galaxy Z Fold 8, des Fold 8 Ultra und des Flip 8 nur noch 1.200 Ladezyklen, bevor die nutzbare Kapazität auf 80 Prozent fällt. Zum Vergleich: Das Galaxy Z Fold 7 und das Flip 7 boten hier noch 2.000 garantierte Zyklen. Das entspricht einem Rückschritt von 40 Prozent bei der Haltbarkeit.
Für Endanwender bedeutet der Wert von 1.200 Zyklen eine garantierte Spitzenleistung von etwas mehr als drei Jahren bei täglichem Auf- und Entladen. Samsungs Versprechen von sieben Jahren Android-Updates wirkt angesichts dieser Halbwertszeit fast widersüchsig – wie Schmidtis Blog anmerkt. Was nützt jahrelanger Software-Support, wenn die Hardware nach der Hälfte der Zeit an die Steckdose gefesselt ist?
Wie federt Samsung den Rückschritt ab?
Samsung versucht den Kapazitätsverlust teilweise durch größere Akkus auszugleichen. Das Galaxy Z Fold 8 Ultra bringt es auf 5.000 mAh – im Vergleich zu 4.800 mAh beim Vorgänger Fold 7 Ultra. Nach 1.200 Ladezyklen bleiben davon rechnerisch immerhin noch 4.000 mAh übrig, was immer noch ein akzeptabler Wert ist. Beim kompakteren Galaxy Z Flip 8 hingegen blieb die Nennkapazität unverändert. Dort fällt der Akku nach etwa drei Jahren täglicher Nutzung auf effektiv 3.440 mAh – ein deutlicher Unterschied zum Vorgänger, der diesen Abnutzungsgrad erst nach über fünf Jahren erreichte.
Auch das reguläre Galaxy Z Fold 8 profitiert von einem leicht vergrößerten Speicher mit 4.800 mAh, wie berichtet. Insgesamt verbessert sich dadurch die Gesamtbewertung der Akkus laut EPREL von Note B bei den Vorgängern auf Note A. Die tägliche Laufzeit ist also höher – nur eben für weniger Jahre.
So schneiden Apple und Google ab
Im Branchenvergleich steht Samsung trotz des Rückschritts passabel da. Aktuelle iPhones und Google Pixel-Modelle werden in der EPREL-Datenbank mit lediglich 1.000 Ladezyklen zertifiziert, wie 9to5Google unter Berufung auf Android Authority berichtet. Samsungs 1.200 Zyklen liegen also immer noch über dem, was die Konkurrenz verspricht.
Trotzdem bleibt der Rückschritt ein Problem für Nutzer, die ihr Foldable über mehrere Jahre einsetzen möchten. Wer über 1.500 Euro für ein Smartphone ausgibt, sollte keinen Rückschritt bei der Langlebigkeit akzeptieren müssen.
Technologischer Fortschritt mit Kompromissen
Samsungs Wechsel zu Silizium-Kohlenstoff-Akkus ist aus physikalischer Sicht unvermeidlich. Nur so lassen sich die immer dünneren Gehäuse der aktuellen Foldable-Generation mit ausreichend Energie versorgen. Der Kompromiss bei der Lebensdauer ist allerdings frühstückentlich: 1.200 statt 2.000 Ladezyklen bedeuten, dass der Akku spütestens nach drei bis vier Jahren spürbar nachlässt. Für ein Premium-Gerät im Preissegment über 1.500 Euro ist das ein Argument, das Käufer bei der Kaufentscheidung kennen sollten. Samsung bleibt zwar bei diesem Metriker besser als Apple und Google – doch der Trend zu kürzeren Akku-Lebenszyklen ist im Branchenvergleich kaum zu übersehen.
Quellen
Winfuture: „Samsung Galaxy: Neue Handy-Akkus mit Rückschritt bei Langlebigkeit“
Schmidtis Blog: „Samsung Galaxy Z Fold 8: Der versteckte Haken der neuen Akkutechnologie“
9to5Google: „Samsung's new silicon-carbon batteries in Galaxy Z Fold 8 won't last as long“
Android Authority: „Samsung Galaxy Z8 foldables battery charging cycles“
EU EPREL: „Energielabel-Datenbank für Galaxy Z Fold 8“
teltarif.de: „Galaxy Z Fold7: Akku, S26 Ultra Kamera“