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Bungie hat am 25. Juni 2026 eine erneute, tiefgreifende Entlassungswelle angekündigt. In einem Post auf X erklärte das Studio, dass eine „Reduction in Force“ als Teil einer Umstrukturierung nötig sei, um sich für die Zukunft besser aufzustellen. Wenig später veröffentlichte Sony Interactive Entertainment eine interne E-Mail von Hermen Hulst, CEO der Studio Business Group, die Details zu den Kürzungen liefert. Demnach sind der Großteil des Destiny-Teams und einige Marathon-Teammitglieder von den Entlassungen betroffen, wie unter anderem Gematsu berichtet.

Destiny 2 blieb hinter den Erwartungen zurück

In der offiziellen Mitteilung von Bungie heißt es: „Mit großer Trauer kündigen wir eine Reduzierung der Belegschaft an, während wir Bungie neu organisieren.“ Das Studio räumt ungewöhnlich direkt ein, dass Destiny 2 in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Nach dem finalen Content-Update „Monument of Triumph“ am 9. Juni, das das Ende der Live-Service-Ära von Destiny 2 markierte, und mit den neuen Projekten noch in der frühen Inkubationsphase, sei ein Weiterbetrieb in der bisherigen Größe nicht möglich gewesen.

Erst vor rund fünf Wochen hatte Bungie das Ende der aktiven Entwicklung für Destiny 2 verkündet, um sich künftig auf den Extraction-Shooter Marathon sowie weitere unangekündigte Projekte zu konzentrieren. Das Spiel selbst bleibe weiterhin spielbar – ähnlich wie das ursprüngliche Destiny, das ebenfalls noch online ist.

Großteil des Destiny-Teams und Marathon-Mitarbeiter betroffen

Die E-Mail von Hermen Hulst zeichnet ein noch deutlicheres Bild. „Wir haben die Entscheidung getroffen, die Belegschaft von Bungie zu reduzieren, was eine signifikante Anzahl von Mitarbeitern betrifft, darunter den Großteil des Destiny-Teams und einige Marathon-Teammitglieder“, so Hulst wörtlich. Zudem seien auch Teams innerhalb von Sony Interactive Entertainment betroffen, die Bungies Geschäfte unterstützen.

Laut Hulst sei die Entscheidung nach monatelanger Prüfung der langfristigen Ausrichtung des Studios gefallen. Man habe mehrere Alternativen geprüft, bevor man zu dem Schluss gekommen sei, dass eine Reduzierung notwendig ist. Die genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter wurde weder von Bungie noch von Sony bekannt gegeben. Klar ist jedoch, dass es sich um eine der tiefgreifendsten Kürzungen in der Geschichte des Studios handelt.

Marathon bleibt Teil des Portfolios

Trotz der drastischen Einschnitte betont Sony, dass Marathon ein wichtiger Bestandteil des Portfolios bleibe. „Wir werden das Team weiterhin unterstützen, während es auf der soliden Grundlage von Season 1 und 2 aufbaut und an Inkubationsbemühungen für zukünftige Projekte arbeitet“, so Hulst. Allerdings hatte auch Marathon nach seinem Launch im Frühling 2026 die Erwartungen nicht vollständig erfüllen können – ein Faktor, der laut Branchenberichten zur aktuellen finanziellen Lage beigetragen hat.

Seit der Übernahme durch Sony im Jahr 2022 für rund 3,6 Milliarden Dollar hat Bungie mehrfach Personal abbauen müssen. Die nunmehr vierte Entlassungswelle folgt auf vorherige Kürzungen, die das Studio bereits deutlich verkleinert hatten.

Das Ende einer Ära – was bleibt von Bungie?

Die aktuellen Entwicklungen markieren einen tiefen Einschnitt für das traditionsreiche Studio. Mit der Einstellung der aktiven Destiny-Entwicklung und der Entlassung des Großteils des Destiny-Teams endet faktisch eine Ära, die 2014 mit dem ersten Destiny begann und über ein Jahrzehnt die Shooter-Landschaft prägte. Bungie verspricht, zu einem späteren Zeitpunkt mehr über die Zukunft zu verraten.

Für die betroffenen Mitarbeiter kündigt Sony Übergangsunterstützung an. Wo möglich, sollen sie in anderen Studios des globalen Netzwerks unterkommen. Ob Bungie zu alter Stärke zurückfinden kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen – die aktuellen Einschnitte sind jedenfalls die schwersten seit der Übernahme durch Sony.