Sprachassistenten sind in vielen Haushalten bereits Alltag. Geräte wie Amazon Echo oder Google Home stehen in Küchen, Wohn- oder Schlafzimmern und übernehmen einfache Aufgaben wie das Einschalten von Licht, das Stellen von Timern oder das Beantworten kurzer Fragen. Gleichzeitig wächst bei vielen Nutzern das Unbehagen, denn Werbung auf Displays, permanente Cloud-Anbindung und Datensammlung gehören mittlerweile zum Standard. Genau hier setzt die Home Assistant Voice Preview Edition an und verspricht einen anderen Ansatz: lokal, anpassbar und ohne Werbung.
Home Assistant als Basis für den eigenen Sprachassistenten
Home Assistant ist seit Jahren eine feste Größe im Smart-Home-Bereich. Die Plattform richtet sich an Nutzer, die ihre Geräte verschiedener Hersteller unter einer Oberfläche zusammenführen und möglichst viel lokal steuern möchten. Anstatt mehrere Apps parallel zu nutzen, läuft alles zentral über Home Assistant, sei es auf einem Raspberry Pi, einem Mini-PC oder einem fertigen Home-Assistant-System. Der Sprachassistent ist dabei kein eigenständiges Produkt, sondern Teil dieses Ökosystems. Die Voice Preview Edition ist die passende Hardware, um diesen Assistenten komfortabel per Sprache zu nutzen.


Vorderseite HA Voice (links) | Rückseite mit Gummifüßchen (rechts)
Erster Eindruck und Hardware
Die „Home Assistant Voice Preview Edition“ wird in einer unscheinbaren Verpackung der Open Home Foundation und Nabu Casa geliefert. Da nur wenig Zubehör beiliegt, wird schnell klar, dass der Fokus auf Funktionalität liegt. Neben einem Quickstart-Guide und etwas Papierkram befindet sich lediglich das Gerät selbst im Karton. Ein USB-C-Kabel oder ein Netzteil sind nicht enthalten, was besonders für Einsteiger enttäuschend sein kann.
Das Gerät selbst wirkt zurückhaltend und funktional. Das Gehäuse ist kompakt. Auf der Oberseite befinden sich ein Drehregler für die Lautstärke und eine Klicktaste. Ein umlaufender LED-Ring signalisiert den aktuellen Status, etwa beim Zuhören oder wenn das Mikrofon stummgeschaltet ist. Zwei integrierte Mikrofone sorgen für die Spracherkennung. Ein physischer Schalter trennt diese bei Bedarf komplett vom Strom. Auf der Rückseite befinden sich der USB-C-Anschluss zur Stromversorgung und ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, über den sich das Audiosignal an externe Lautsprecher weitergeben lässt. Gerade dieser Anschluss hebt das Gerät von vielen klassischen Sprachassistenten ab.


Rechte Seite mit Mute-Schalter (links) | Hinterseite mit USB-C und 3,5mm Klinke (rechts)
Einrichtung über Home Assistant
Die Einrichtung der Voice Preview Edition ist überraschend unkompliziert und erfolgt direkt über Home Assistant. Das Gerät wird in der App oder im Browser erkannt und anschließend Schritt für Schritt ins WLAN eingebunden. Nach kurzer Zeit meldet sich der Assistent als betriebsbereit und integriert sich über ESPHome vollständig in das bestehende System. Updates werden automatisch gesucht und installiert, sodass direkt losgelegt werden kann.
Voraussetzung ist allerdings ein bereits eingerichteter Home-Assistant-Server. Wer diesen Schritt noch nicht gegangen ist, muss etwas Zeit investieren. Genau hier liegt auch die größte Hürde für Neulinge, denn ohne grundlegendes Interesse an Home Assistant wird man mit der Voice Preview Edition nicht glücklich.


Einstellungen in Home Assistant-App
Anpassung statt Standardfunktionen
Nach der Einrichtung wird schnell klar, wo die große Stärke des Systems liegt. Nahezu jeder Aspekt des Sprachassistenten lässt sich anpassen. Das beginnt beim Aktivierungswort, das nicht auf einen einzigen Begriff festgelegt ist. Neben „Okay Nabu” stehen weitere Optionen zur Verfügung und es ist sogar möglich, zwei Wakewords gleichzeitig zu nutzen. Auch die LED-Helligkeit, die Mikrofonempfindlichkeit, die Pausenerkennung und das akustische Feedback lassen sich feinjustieren.
Besonders spannend ist die Wahl zwischen lokaler Verarbeitung und Cloud-Anbindung. Während viele Assistenten ausschließlich über externe Server funktionieren, kann Home Assistant auf Wunsch komplett lokal betrieben werden. Das schränkt zwar die Möglichkeiten ein, sorgt aber für maximale Kontrolle über die eigenen Daten.


Liegend mit Blick auf Lautsprecher (links) | Stehend mit Blick auf LED-Ring (rechts)
Sprachsteuerung im Alltag
In der Praxis erweist sich die Voice Preview Edition bei klassischen Smart-Home-Aufgaben als zuverlässig. Licht lässt sich ein- und ausschalten, Farben und Helligkeit werden korrekt umgesetzt und auch das Schalten anderer Geräte funktioniert, sofern diese sauber in Home Assistant eingebunden und benannt sind. Timer lassen sich problemlos per Sprache starten. Für viele Nutzer ist dies eine der wichtigsten Funktionen im Alltag.
Die Sprachqualität des Lautsprechers ist angesichts der kompakten Bauform ordentlich und die Reaktionszeiten sind angenehm kurz. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass der Assistent nicht alles von Haus aus beherrscht. So bleiben etwa Fragen nach dem Wetter oder der Wettervorhersage unbeantwortet, solange keine passenden Automationen oder Skripte hinterlegt wurden. Das ist jedoch kein Fehler, sondern Teil des Konzepts: Home Assistant liefert keine vordefinierten Antworten, sondern setzt darauf, dass Nutzer ihre Umgebung selbst definieren.
Basteln gehört dazu
Wer von Alexa oder Google kommt, muss umdenken. Routinen, Automationen und komplexere Sprachbefehle entstehen nicht automatisch, sondern müssen aktiv erstellt werden. Home Assistant bietet dafür zahlreiche Vorlagen, Erweiterungen und eine große Community. Nach etwas Einarbeitung lassen sich Sprachbefehle erstellen, die weit über das hinausgehen, was klassische Assistenten erlauben. Auch externe Sprachmodelle oder APIs können eingebunden werden, um den Funktionsumfang deutlich zu erweitern.


Vergleich zu Amazon Echo Dot-Geräten (links) | Drehrad für Lautstärke (rechts)
Fazit: Eine bewusste Alternative zu Alexa und Google
Die Home Assistant Voice Preview Edition ist kein klassischer Plug-and-Play-Sprachassistent und will es auch nicht sein. Sie richtet sich an Nutzer, die bereit sind, sich mit ihrem Smart Home auseinanderzusetzen, um maximale Kontrolle zu erhalten. Werbung, unnötige Cloud-Abhängigkeiten und undurchsichtige Datensammlung spielen hier keine Rolle.
Wer bereits Home Assistant nutzt oder den Einstieg plant, erhält mit der Voice Preview Edition einen leistungsfähigen, flexiblen und langfristig erweiterbaren Sprachassistenten. Alexa und Google lassen sich damit nicht sofort in allen Bereichen ersetzen, für viele Alltagsaufgaben jedoch sehr wohl. Der größte Gewinn liegt dabei nicht in zusätzlichen Funktionen, sondern in der Freiheit, selbst zu entscheiden, was der eigene Sprachassistent kann – und was nicht.
Nabu Casa Home Assistant Voice (Preview-Edition)
Intelligenter Lautsprecher für lokale Sprachsteuerung, kompatibel mit Home Assistant, Datenschutzfokus.
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