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Vor knapp drei Wochen hat OnePlus den Rückzug aus Europa und Nordamerika bestätigt. Jetzt wird konkreter, was das für bestehende Smartphones bedeutet: Mehrere Modelle erhalten das kommende ColorOS-17-Update nicht mehr, wie ein Bericht von Gizmochina zeigt. OxygenOS 16 war für sie das letzte große Systemupdate, bevor die Marke ihre Software vollständig auf das Betriebssystem des Mutterkonzerns Oppo umstellt. Für Nutzer betroffener Geräte stellt sich damit die Frage, wie es mit Updates und Sicherheit weitergeht.

Der Rückzug aus Europa und Nordamerika

Am 16. Juli bestätigte OnePlus offiziell, keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika auf den Markt zu bringen. Damit endet nach mehr als zehn Jahren die Präsenz der Marke in den Märkten, die ihren Aufstieg geprägt haben. In einem Pressegespräch bezeichnete das Unternehmen die Entscheidung als Teil einer langfristigen globalen Produktstrategie und betonte, sie sei weder von Oppo diktiert noch überhastet gefallen. „Die richtige Marke tut das Richtige im richtigen Markt“, hieß es laut Android Authority. Restbestände sollen demnach weiterverkauft werden, solange in den Regionen Nachfrage besteht.

OxygenOS verschwindet: ColorOS übernimmt

Mit dem Rückzug endet auch eine Software-Ära. OxygenOS, lange das Markenzeichen von OnePlus und bei Fans für seine Nähe zu Stock-Android geschätzt, wird eingestellt. Künftig laufen OnePlus-Geräte auf ColorOS von Oppo, das nach Unternehmensangaben weltweit auf mehr als 740 Millionen Nutzer kommt. Beide Oberflächen teilen bereits seit Jahren dieselbe technische Basis. Mit Android 17 sollen die Geräte in Europa, Nordamerika und auch Indien nach und nach umgestellt werden. Die Bündelung der Softwareentwicklung im Konzern soll Updates schneller und qualitativ besser machen. Wer den Wechsel später rückgängig machen möchte, soll laut OnePlus auf eine kompatible OxygenOS-Version zurückkehren können; Details will das Unternehmen noch nennen.

Diese Geräte bleiben ohne ColorOS 17

Der Rollout von ColorOS 17 soll in den kommenden Wochen beginnen, doch nicht alle Geräte kommen mit. Laut Gizmochina, das die Update-Politik des Herstellers ausgewertet hat, bleiben folgende Modelle außen vor: die Flaggschiffe OnePlus 11R, 10R, 10T und 10 Pro, die Nord-Modelle Nord 3, Nord CE 4 und Nord CE 4 Lite sowie die Tablets OnePlus Pad und Pad Go. Für sie war OxygenOS 16 auf Basis von Android 16 das letzte große Update. Sicherheitspatches sollen sie noch eine Weile erhalten, neue Funktionen großer Updates bleiben ihnen aber verwehrt. OnePlus selbst verweist auf bestehende Zusagen: Alle Modelle, für die Softwarepflege angekündigt wurde, sollen weiter versorgt werden.

Was für Bestandskunden bleibt

Für Nutzer aktueller OnePlus-Smartphones ändert sich kurzfristig wenig. Update-Zusagen, Garantie und After-Sales-Support laufen laut Unternehmen unverändert weiter, die Vertriebswege hinter der Marke bleiben bestehen. In Indien, dem wichtigsten Markt, operiert OnePlus nach eigenen Angaben normal weiter, auch wenn Medienberichte langfristige Veränderungen nicht ausschließen. Oppo selbst will Europa ausbauen: mehr Fokus auf Flaggschiffe, erweiterte Handelspartnerschaften und ein neuer Online-Store in Großbritannien. Für US-Kunden, die keinen Zugang zu Oppo-Geräten haben, blieb die Frage nach einer Ersatzstrategie bislang offen. Parallel konsolidiert der Konzern auch bei der Schwestermarke realme, die sich aus China zurückzieht und künftig auf Auslandsmärkte fokussiert.

Das Ende einer bemerkenswerten Android-Geschichte

Mit dem Rückzug endet eine der ungewöhnlichsten Karrieren im Smartphone-Geschäft. 2014 startete OnePlus mit dem One und dem Slogan „Never Settle“, verkaufte zunächst über Einladungssysteme und wurde schnell zum Liebling der Android-Community. Dass die Marke nun aus Europa und Nordamerika verschwindet, ist für viele Fans schwer zu verdauen. Für Bestandskunden überwiegt jedoch die gute Nachricht: Zugesagte Updates kommen, und wer ein neueres Gerät besitzt, wandert nahtlos ins Oppo-Ökosystem. Ob OnePlus in Indien langfristig überlebt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die OxygenOS-Ära ist vorbei.