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Valve hat die Preise und Verfügbarkeit seiner neuen Steam Machine offiziell bekannt gegeben. Ab sofort können sich Interessierte auf dem Steam Store für ein Exemplar registrieren. Die kompakte Wohnzimmer-Konsole auf AMD-Basis wird in vier Konfigurationen angeboten und soll ab dem 29. Juni ausgeliefert werden. Damit tritt Valve nach zehn Jahren erneut gegen die etablierten Konsolen an – diesmal mit einem durchdachteren Konzept und einer ausgereiften Softwarebasis.

Vier Modelle, ein Preis: Was die Steam Machine kostet

Die Preise beginnen bei umgerechnet rund 1.039 Euro für die 512-GB-Variante ohne Controller. Das Spitzenmodell mit 2 TB Speicher und Steam-Controller kostet 1.428 Euro. Wer den Controller einzeln kauft, zahlt 99 Dollar – im Bundle spart man rund 20 Dollar. Allerdings ist die Verfügbarkeit des neuen Steam-Controllers angespannt: Wer ihn separat bestellt, muss laut PC Gamer mit einer Lieferung erst 2027 rechnen.

Die 2-TB-Modelle enthalten zusätzlich zwei magnetische Faceplates in den Ausführungen roter Stoff und Nussbaum-Holz. Valve verspricht außerdem, die CAD-Dateien zu veröffentlichen, sodass Nutzer eigene Frontblenden entwerfen können.

Modell Preis (USD) Preis (EUR)
Steam Machine 512 GB 1.049 $ 1.039 €
Steam Machine 512 GB + Controller 1.128 $ 1.108 €
Steam Machine 2 TB 1.349 $ 1.359 €
Steam Machine 2 TB + Controller 1.428 $ 1.428 €

Technische Daten: AMD-Power im Mini-Gehäuse

Im Inneren der Steam Machine steckt ein semi-kundenspezifischer AMD-Chip mit einer Zen-4-CPU (6 Kerne, 12 Threads, bis zu 4,8 GHz) und einer RDNA3-GPU mit 8,8 Teraflops Rechenleistung. Der Arbeitsspeicher teilt sich auf 16 GB DDR5 und 8 GB GDDR6 auf. Zum Vergleich: Valves Handheld Steam Deck liefert rund ein Sechstel dieser Leistung.

Komponente Details
CPU AMD Zen 4, 6 Kerne / 12 Threads, bis 4,8 GHz
GPU AMD RDNA3, 8,8 TFLOPS, 1.792 Shader-Einheiten
Arbeitsspeicher 16 GB DDR5 + 8 GB GDDR6
Speicher 512 GB oder 2 TB NVMe SSD
Betriebssystem SteamOS (Linux), Windows installierbar
Anschlüsse DP 1.4, HDMI 2.0, 2x USB 3.2, 2x USB 2.0, USB-C, Ethernet, microSD
Konnektivität Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3, 2,4-GHz-Controller-Adapter
Abmessungen 156 x 152 x 162 mm (ca. 2,6 kg)

In puncto Anschlüsse bietet die Steam Machine DisplayPort 1.4 (4K bei 240 Hz oder 8K bei 60 Hz) sowie HDMI 2.0. Hinzu kommen zwei USB-3.2- und zwei USB-2.0-Ports, ein USB-C-Anschluss, Gigabit-Ethernet und ein microSD-Kartenslot. Drahtlos wird über Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 kommuniziert, zudem ist ein integrierter 2,4-GHz-Empfänger für den Steam-Controller verbaut.

Leistung: Was taugt die Konsole wirklich?

Valve selbst gibt an, dass die Mehrheit der Steam-Titel dank AMDs FidelityFX Super Resolution (FSR) in der aktuellen Version 4 flüssig in 4K und 60 Bildern pro Sekunde laufen. Allerdings räumt das Unternehmen ein, dass einige Spiele stärker hochskaliert werden müssen und es sich empfehlen kann, auf 1080p mit aktiviertem variablem Refresh-Rate-Modus zu spielen.

Die Digital Foundry zeigte sich in einer Vorab-Analyse besorgt über die nur 8 GB GDDR6-VRAM, die bei modernen Triple-A-Titeln zunehmend zum Flaschenhals werden könnten. Im Vergleich: Die Xbox Series X bietet 10 GB schnellen GDDR6-Speicher, die PS5 Pro sogar 16 GB. Der zusätzliche DDR5-Speicher steht nur für das System und nicht für die Grafikkarte zur Verfügung.

Positiv hervorzuheben ist die Proton-Kompatibilitätsschicht von Valve: Dank ihr läuft die allermeiste Windows-Spiele-Software problemlos auf dem Linux-basierten SteamOS. Valve hofft, dass der Launch der Steam Machine auch mehr Entwickler dazu bewegt, Anti-Cheat-Lösungen für Linux freizugeben – bisher sind einige populäre Multiplayer-Titel auf SteamOS nicht spielbar.

Reservierung statt freiem Verkauf: Wie Valve Scalper ausbremsen will

Anders als bei vielen Hardware-Launches setzt Valve nicht auf einen First-Come-First-Served-Verkauf, sondern auf ein gestaffeltes Reservierungssystem. Ab sofort und noch bis zum 25. Juni können sich interessierte Käufer auf der offiziellen Steam-Seite für eines der vier Modelle registrieren. Aus allen Anmeldungen lost Valve per Zufallsprinzip die Reihenfolge aus. Die Glücklichen erhalten anschließend eine Einladung per E-Mail, die zum Kauf berechtigt; wer leer ausgeht, landet auf einer Warteliste.

Die Maßnahmen gegen Scalper und Bots gehen noch weiter: Nur Steam-Konten in gutem Standing mit einem Kauf vor dem 27. April 2026 sind teilnahmeberechtigt. Pro Haushalt ist nur eine Registrierung zulässig, was Valve über Zahlungsmethode und Lieferadresse überprüft. Das Unternehmen begründet die Knappheit mit der anhaltenden Speicherkrise: Valves Hardware-Ingenieur Yazan Aldehayyat sagte dazu gegenüber IGN, dass einige Komponenten „zu keinem Preis“ verfügbar gewesen seien.

Ein mutiger Wiedereinstieg zu einem schmerzhaften Preis

Die neue Steam Machine ist ohne Frage das durchdachteste Wohnzimmer-Konzept, das Valve je vorgelegt hat. Die Proton-Kompatibilität, die enge Steam-Integration und das kompakte Design machen sie zu einer ernstzunehmenden Alternative zu PS5 Pro und Xbox Series X. Allerdings hat der Preis die ursprünglichen Pläne weit hinter sich gelassen: Valves ursprüngliches Ziel, die Konsole „erschwinglich“ anzubieten, ist nach eigenen Angaben „nicht mehr realisierbar“.

Für rund 1.039 Euro erhält man jedoch einen kompakten Gaming-PC, der in dieser Form von keinem anderen Hersteller angeboten wird und der die gesamte Steam-Bibliothek auf den Fernseher bringt. Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen und sich im Reservierungsverfahren durchsetzt, bekommt ein einzigartiges Stück Technik – mit der Hoffnung, dass Valves zweiter Anlauf im Wohnzimmer diesmal von Dauer ist.