Das Produkt wurde uns von der Firma SwitchBot zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung ist jedoch völlig uneingeschränkt!
Das Gerät ist seit Juni 2025, also seit acht Monaten, bei mir im täglichen Einsatz. Genug Zeit also, um nicht nur die anfängliche Begeisterung, sondern auch die Alltagstauglichkeit, Firmware-Updates und sogar einen leeren Akku zu erleben. Heute schauen wir uns die Stärken und Schwächen des SwitchBot Lock Ultra und des Keypad Vision an und klären die Frage: Braucht ihr dieses smarte Schloss wirklich?
Produktübersicht
Für diesen Test hat mir SwitchBot das SwitchBot Lock Ultra in der Vision-Combo zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür. Das ändert jedoch nichts an meiner Meinung. Es gab keine Vorgaben und auch kein vorab Absegnen. Ihr seht dieses Video genauso zum ersten Mal wie der Hersteller.
Das Paket „SwitchBot Lock Ultra Vision Combo” beinhaltet im Wesentlichen das Schloss selbst, das Keypad Vision mit Fingerabdruckscanner und Gesichtserkennung sowie den SwitchBot Hub Mini mit Matter-Unterstützung. Den vollständigen Lieferumfang habe ich in meinem Unboxing- und Hands-on-Video bereits ausführlich gezeigt. Das Video findet ihr hier.
Was den Preis für das Paket angeht: Die UVP liegt bei knapp 300 Euro, der aktuelle Straßenpreis bewegt sich aber um die 250 Euro. Das ist eine Hausnummer. Man kann die Produkte auch einzeln kaufen.
Ob der Preis gerechtfertigt ist, klären wir gleich – Spoiler: Es kommt darauf an.


LockUltra Vorderseite (links) | LockUltra Rückseite (rechts)
Lock Ultra
Design & Verarbeitung
Das Schloss selbst besteht aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung, was sofort auffällt. Es fühlt sich hochwertig und stabil an und wirkt überhaupt nicht billig. Das Gehäuse ist in den Farben Schwarz und Silber erhältlich. Wer das Schloss optisch etwas unauffälliger gestalten möchte, kann einen der mitgelieferten Aufkleber in Holzoptik auf die Front kleben. Die Auswahl ist ganz nett, es gibt verschiedene Maserungen und Farbtöne. Ob die eigene Tür getroffen wird, ist natürlich Glückssache. Ich sehe das eher als nettes Gimmick denn als ernsthafte Tarnung.
An der Front des Schlosses befindet sich ein großes, drehbares Rad zum manuellen Auf- und Zuschließen sowie ein zentraler Button, mit dem sich das Schloss per Druck öffnen oder schließen lässt. Der LED-Ring um dieses Rad herum leuchtet beim Öffnen und Schließen sowie bei Updates – angenehm dezent und qualitativ passend zum Rest des Gehäuses.
Mit 367 Gramm inklusive Akku ist das Lock Ultra kein Leichtgewicht. Verglichen mit einem normalen Türzylinder fühlt es sich deutlich massiver an. Für eine kluge Montage und eine solide Befestigung ist das Gewicht aber kein Problem. Und an der Funktion ändert das Gewicht sowieso nichts.


LockUltra Tür seitlich (links) | LockUltra Tür forntal (rechts)
Befestigung & Passgenauigkeit
Bei mir passte es perfekt: Da mein Türzylinder weit genug aus der Tür herausstand, konnte ich das Schloss ganz einfach mit Schraubklemmen befestigen. Es war weder Bohren noch Kleben nötig und es entstanden keine Beschädigungen an der Tür. Für Mieter ist das definitiv ein großes Plus. Bei Türen, bei denen der Zylinder flach abschließt, bietet SwitchBot alternativ Klebestreifen an, die sich rückstandslos entfernen lassen sollen. Eine zusätzliche Blende verdeckt den Spalt zwischen Schloss und Türrahmen, sodass alles wie aus einem Guss aussieht.
Alleinstellungsmerkmal: Das Triple-Battery-System
Wer bisher gezögert hat, ein smartes Schloss zu kaufen, weil er Angst hat, irgendwann vor einer verschlossenen Tür zu stehen, für den ist das Lock Ultra von SwitchBot die perfekte Lösung.
Das Lock Ultra von SwitchBot verfügt über ein Triple-Battery-System. Das klingt erstmal nach Marketing, ist aber tatsächlich clever durchdacht. In Stufe eins kommt der integrierte Hauptakku zum Einsatz, der über USB-C geladen wird. Sinkt der Akku auf einen kritischen Stand, erhaltet ihr über die App eine Push-Nachricht und zusätzlich sogar eine E-Mail. Ihr habt also mehrfach die Chance, rechtzeitig zu reagieren. Sollte der Hauptakku trotzdem irgendwann leer sein, springt Stufe zwei ein: eine austauschbare CR123A-Backup-Batterie, die noch einmal bis zu 500 Öffnungen ermöglicht. Selbst wenn diese leer ist, gibt es noch eine dritte Stufe: einen Superkondensator, der bis zu fünf Notentriegelungen durchführen kann. Er lädt sich automatisch wieder auf, sobald der Hauptakku wieder eingesetzt wird.
Das nenne ich einen echten Sicherheitspuffer. Die Angst, ausgesperrt zu werden, ist damit bei mir komplett verschwunden. Dazu später mehr aus der echten Praxis.


LockUltra ohne Abdeckung (links) | LockUltra ohne Abdeckung/Akku (rechts)
Keypad Vision
Design & Verarbeitung
Kommen wir nun zum zweiten Hauptbestandteil des Systems. Das Keypad Vision besteht größtenteils aus Kunststoff, was für den Innenbereich, in dem ich es montiert habe, völlig ausreicht. Die gummiartigen Tasten auf der Vorderseite fühlen sich angenehm an und lassen sich gut drücken. Insgesamt stimmt das Paket, auch wenn Kunststoff natürlich ein anderes Gefühl hinterlässt als das Metallgehäuse des Schlosses.
Interessantes Detail: Das Keypad Vision ist ausschließlich in Schwarz erhältlich, selbst wenn ihr euch für die silberne Lock-Ultra-Variante entscheidet. Ich finde das gar nicht so schlimm. Ein weißes Kunststoff-Keypad würde draußen durch UV-Strahlung schnell vergilben. Für mich im Hausflur war das sowieso kein Thema.


KeypadVision angewinkelt an Türrahmen (links) | Keypad-Tasten (rechts)
Entsperrmethoden
Was das Keypad Vision wirklich auszeichnet, ist die Vielzahl an Möglichkeiten, die Tür zu öffnen. Neben der Gesichtserkennung und der Fingerabdruckerkennung, auf die wir gleich näher eingehen, gibt es den klassischen PIN-Code, eine NFC-Karte, Auto-Unlock per Geofence und die Fernentriegelung über die App. Somit ist für jeden Anwendungsfall etwas dabei: Ob man die Hände voll hat, Gästen kurzfristig Zugang gewähren will oder einfach entspannt vom Sofa aus aufschließen möchte. Im Alltag habe ich hauptsächlich die Fingerabdruck- und Gesichtserkennung sowie die Auto-Unlock-Funktion genutzt, zu jedem dieser Features komme ich gleich noch separat.
Beim PIN-Code lässt sich die Länge zwischen sechs und zwölf Stellen wählen. Man kann dauerhaft gültige Codes anlegen oder zeitlich begrenzte Codes, etwa für Handwerker oder Gäste. Auch Einmal-Codes, die nur für ein bis 24 Stunden funktionieren, sind möglich. Insgesamt lassen sich bis zu 100 Codes speichern, sodass niemand Platzmangel haben wird. Eine weitere praktische Funktion ist der sogenannte Anti-Peep-Modus: Hier gibt man bis zu 20 Ziffern ein, in denen sich der echte Code irgendwo versteckt. Wer zuschaut, sieht also eine lange Zahlenreihe und hat keine Ahnung, welche Kombination die eigentliche war. Wenn jemand seinen Code verliert oder nicht mehr erwünscht ist, lässt er sich in der App mit einem Tipp sofort löschen, ohne dass man das Schloss selbst anfassen muss. Das gilt übrigens genauso für die NFC-Karte.
Eine solche Karte ist im Lieferumfang enthalten. Sie funktioniert nach dem Mifare-Standard: Kurz ans Keypad halten und die Tür öffnet sich. Das ist praktisch für Kinder oder ältere Familienmitglieder, die sich keine Codes merken wollen. Interessant ist außerdem, dass das Keypad auch NFC-Karten anderer Hersteller unterstützen soll, solange sie nicht proprietär verschlüsselt sind. Ihr müsst also nicht zwingend SwitchBot-eigene Karten kaufen, solltet euch vorher aber ausgiebig informieren. Die mitgelieferte SwitchBot-Karte ist allerdings mit einem zusätzlichen Sicherheitschip ausgestattet, der das Klonen deutlich erschwert. Sollte trotzdem einmal eine Karte verloren gehen, könnt ihr sie in der App mit einem Klick sperren.
An der Unterseite des Keypad Vision befindet sich ein kleiner Knopf, für den SwitchBot sogar einen Klingel-Aufkleber beilegt. Und der Name ist Programm: Der Knopf lässt sich tatsächlich als Türklingel nutzen. Entweder ertönt ein Piepton vom Lock Ultra selbst oder ein besserer Klingelton vom SwitchBot Hub 3. Darüber hinaus kann der Button beliebige Automationen in der SwitchBot-App auslösen, allerdings nur innerhalb der SwitchBot-App und somit nur mit SwitchBot-Geräten. Noch besser wäre es gewesen, wenn der Button in andere Smart-Home-Systeme wie Home Assistant integriert worden wäre – das ist wirklich schade.


KeypadVision Klingel-Knopf (links) | SwitchBot Hub 3 (rechts)
Wie funktioniert die Gesichtserkennung?
Bevor wir zu meinen Alltagserfahrungen und den Entsperrmethoden kommen, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Keypad Vision. Denn das ist keine gewöhnliche Kamera, die einfach ein Foto von euch macht und vergleicht.
Wie funktioniert also die Gesichtserkennung?
Das Keypad Vision nutzt die 3D-Structured-Light-Technologie, die auch bei Apples Face ID im iPhone zum Einsatz kommt. Das Gerät projiziert über 30.000 unsichtbare Infrarotpunkte auf euer Gesicht und erstellt daraus eine dreidimensionale Tiefenkarte. Das funktioniert auch bei Dunkelheit, da das Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von 850 nm unabhängig von der Umgebungshelligkeit arbeitet. Da das System eure Gesichtsgeometrie in 3D erfasst und nicht nur ein flaches Bild, lässt es sich nicht mit einem Foto, einem Video oder einer Maske täuschen – das nennt sich Anti-Spoofing. Die Falsch-Erkennungsrate liegt laut SwitchBot bei unter 0,0001 Prozent. Das mag nach einer leeren Marketingzahl klingen, entspricht in der Praxis aber dem, was man auch von Face ID kennt.


Infrarot-Scanner (links) | Darstellung 3D-Scan (rechts)
Noch wichtiger als die Technik ist jedoch die Frage: Wo landen meine Daten? Alle biometrischen Daten, also Gesichts- und Fingerabdruckdaten, werden ausschließlich lokal auf dem Keypad selbst gespeichert. Sie sind mit AES-128 verschlüsselt, einem Standard, den man sonst aus dem Bankwesen kennt. Nichts davon wird in die Cloud hochgeladen oder auf SwitchBot-Servern gespeichert. Selbst wenn SwitchBot morgen gehackt werden würde, wären eure Gesichtsdaten nicht betroffen, da sie gar nicht erst beim Hersteller liegen. Natürlich müsst ihr dem Hersteller vertrauen, dass dies auch wirklich so umgesetzt ist. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht ohne weiteres möglich. Wer das nicht möchte, kann das Keypad Vision aber auch problemlos ohne Gesichtserkennung betreiben. Fingerabdruck und PIN funktionieren völlig unabhängig davon.
Installation
Die Erstinstallation ist nicht schwierig, man sollte sich aber Zeit lassen und die Anleitung in der App wirklich Schritt für Schritt durchgehen. Besonders die Kalibrierung des Schlosses, also das Einlernen der Falle und der Endpositionen, ist entscheidend und muss korrekt durchgeführt werden.
Auch der Hub Mini ist schnell eingerichtet. Für Matter-Nutzer funktioniert die Integration gut, für mich persönlich ist sie aber eher ein Nice-to-have. Was ich wirklich cool finde, ist, dass der Hub Mini zusätzlich einen Infrarotsensor hat. Damit kann man auch Fernbedienungen, zum Beispiel für Beamer oder TV, anlernen und ins Smart-Home-System integrieren. Das ist ein schönes Extra, das man so nicht erwartet.
Alltagserfahrungen
Fingerabdruck
Der Fingerabdruckscanner ist meine meistgenutzte Methode, denn er ist unkompliziert, intuitiv und verlässlich. Allerdings muss ich ehrlich sein: Es gibt Tage, an denen ich meinen Finger zwei- oder dreimal auflegen muss, bis das System reagiert. Je nach Winkel oder je nachdem, wie trocken meine Hände sind, variiert die Erkennungsrate. Nach einiger Zeit lernt man jedoch, wie man den Finger am besten positioniert, und dann funktioniert es fast immer auf Anhieb. Trotzdem sprechen wir hier von einer Zuverlässigkeit von ca. 80 % – das ist immer noch gut.


LockUltra (links) | KeypadVision (rechts)
Gesichtserkennung
Die Gesichtserkennung war für mich eine positive Überraschung. Ich hatte nicht erwartet, dass sie so gut funktioniert. Sie erkennt mich auch mit Mütze oder Basecap ohne zu zögern. Die Erkennungszeit liegt bei ungefähr ein bis maximal drei Sekunden, je nachdem, wie nah ich am Keypad stehe. Das klingt nach viel, ist im Alltag aber völlig in Ordnung.
Besonders wertvoll ist die Gesichtserkennung, wenn man die Hände voll hat. Einkaufstaschen, Rucksack, Kaffeebecher – man muss nur kurz ins Keypad schauen und die Tür geht auf. Das ist kein Luxusproblem, sondern ein echter Komfortgewinn.
Nach einigen Firmware-Updates habe ich allerdings das Gefühl, dass die Zeit zwischen erfolgreicher Erkennung und tatsächlichem Öffnen des Schlosses etwas länger geworden ist als am Anfang. Nicht dramatisch, aber merkbar. Dem kann man jedoch entgegensteuern, indem man in der App die Fast-Unlock-Funktion aktiviert. Das Schloss reagiert dann schneller auf den Entsperrbefehl des Keypads, allerdings geht dies zu Lasten des Akkus. Der Unterschied im Verbrauch ist jedoch überschaubar.
Auto-Unlock (Geofence)
Eine weitere Entsperrmethode, die ich regelmäßig nutze, ist „Auto-Unlock”. Die Funktion ist in der App noch als Beta markiert, funktioniert im Alltag aber wirklich gut. Das Prinzip ist folgendes: Man legt einen Geofence-Bereich fest. Sobald man diesen Bereich betritt, wird das Schloss quasi „scharf geschaltet” und öffnet automatisch, sobald man sich ihm nähert. Man muss also nichts anfassen, kein Display entsperren oder einen Fingerabdruck scannen, sondern kann einfach heran treten und das Schloss öffnet sich. Allerdings muss man den Geofence-Bereich auch vollständig verlassen haben. Ein kurzes Hinausgehen zum Briefkasten oder in den Keller funktioniert also nicht.


AutoUnlock (links) | Nacht-Modus (rechts)
Bei mir kam es zweimal zu einem Fehlauslöser, die Tür hat sich geöffnet, obwohl ich eigentlich schon zu Hause war. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Smartphone den Standort nach einem WLAN-Verbindungsabbruch zu spät aktualisiert hat. Für manche ist das vielleicht ein Sicherheitsproblem, für mich war es einfach nur ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wer damit keine Risiken eingehen will, lässt Auto-Unlock einfach aus. Außerdem befindet sich das Ganze immer noch in der Beta-Phase.
Ich habe außerdem einen Nachtmodus ab 21 Uhr eingestellt. Das Schloss schließt sich automatisch und im lautlosen Modus. Das hat bisher zuverlässig funktioniert. Einmal gab es einen kleinen Bug: Nach dem Öffnen und Wiederschließen der Tür blieb das Schloss entgegen der Auto-Lock-Einstellung unverriegelt. Das war jedoch ein Einzelfall.
Türsensor
Apropos Automationen: Wer den Türsensor nutzt, erhält in der App zuverlässig die Information, ob die Tür gerade offen oder geschlossen ist. Das ist besonders praktisch für Home-Assistant-Nutzer, denn damit können sie eigene Automationen erstellen. In der SwitchBot-App gibt es außerdem die Möglichkeit, eine Benachrichtigung auszulösen, wenn die Tür länger als gewünscht geöffnet bleibt. Das klingt simpel, ist im Alltag aber tatsächlich praktisch.
Remote-Zugriff und Sprachsteuerung
Und noch eine Entsperrmethode, die ich gelegentlich nutze, ist die Fernentriegelung über die App. Bevor die Tür tatsächlich aufgeht, erscheint eine Bestätigungsabfrage, sodass man nicht aus Versehen per Handytipp die Tür öffnet. Ich habe diese Funktion zum Beispiel genutzt, um Bekannten die Wohnung zu öffnen, ohne selbst zu Hause zu sein. Die Sprachsteuerung über Alexa, Google Assistant oder Siri habe ich selbst nie aktiv genutzt, aber natürlich besteht diese Möglichkeit.


Remote-Zugriff (links) | HubMini mit Infrarot-Simulator (rechts)
Der Akkuwechsel aus der echten Praxis
Am 6. Oktober 2025, also rund fünf Monate nach der Inbetriebnahme, meldete das Schloss einen kritischen Akkustand. Ich hatte vorher mehrfach Push-Nachrichten und sogar eine E-Mail erhalten, diese aber irgendwie verdrängt. Als der Notbetrieb dann eintrat, piepte das Schloss und blinkte rot. Man bekommt es also definitiv mit.
Der Akkuwechsel selbst ist einfach: Akku herausnehmen, über USB-C laden und wieder einsetzen. Nach einer kurzen Neu-Kalibrierung des Schlosses war wieder alles normal.
Laut Hersteller soll der Akku bis zu neun Monate halten. Ich kam auf etwa fünf Monate, betreibe das Schloss aber in der schnellsten Motor-Stufe, was mehr Strom verbraucht. Vier Monate finde ich völlig akzeptabel. Wer Energie sparen will, wählt eine langsamere Stufe.


LockUltra ohne Abdeckung (links) | LockUltra ohne Akku (rechts)
SwitchBot-App
Wechseln wir kurz die Perspektive und schauen uns an, was sich hinter dem Schloss in der App verbirgt. Die SwitchBot-App ist übersichtlich strukturiert und bietet überraschend viele Einstellungsmöglichkeiten. Man hat direkten Zugriff auf alle wichtigen Funktionen: So kann man das Schloss manuell öffnen oder schließen, die Falle ziehen, ein detailliertes Protokoll einsehen, alle Entsperrmethoden zentral verwalten und zeitlich begrenzte Zugänge oder Einmal-Codes für Gäste einrichten. Hinzu kommen Einstellungen für Alarme, Kalibrierung, Nachtmodus, Drehgeschwindigkeit und Lautstärke der akustischen Signale. Auch für Drittdienste ist gesorgt: Alexa, Google Assistant, Home Assistant, SmartThings, Homey, IFTTT und Matter sind alle angebunden.
Ich persönlich halte mich nicht oft in der App auf, schaue aber regelmäßig rein, vor allem, um Firmware-Updates durchzuführen und das Protokoll einzusehen. Die App macht dabei einen guten Eindruck. Das ist kein Vergleich zu manch anderer Smart-Home-App, die sich anfühlt, als stamme sie aus dem Jahr 2013.




Screenshots SwitchBot App
Sicherheitsaspekte
Der nächste Abschnitt ist vielleicht für den einen oder die andere wichtig. Deshalb sprechen wir kurz darüber:
Was passiert, wenn das Keypad gestohlen wird?
Das Keypad Vision ist mit einer Alarmfunktion ausgestattet. Wenn jemand versucht, es aus der Wandhalterung zu reißen, wird ein Alarm ausgelöst und ihr erhaltet eine Benachrichtigung auf dem Handy. Ihr könnt das Keypad außerdem über die App sofort sperren. Die biometrischen Daten sind laut Hersteller lokal auf dem Gerät gespeichert und verschlüsselt. Das ist ein wichtiger Punkt: Die Fingerabdrücke und Gesichtsdaten verlassen das Gerät nicht – zumindest laut SwitchBot-Aussage.
Was ist, wenn das Schloss gehackt wird?
Wenn jemand wirklich in eure Wohnung will, tritt er einfacher die Tür ein, als dass er sich durch AES-Verschlüsselung und Bluetooth-Sicherheitsebenen hackt. Das Lock Ultra kommuniziert lokal über Bluetooth mit dem Keypad, sodass für die Grundfunktionen kein permanenter Cloud-Zwang besteht. Die Verbindung ist verschlüsselt. Außerdem gibt es eine Falscheingabe-Sperre: Nach fünf falschen PIN-Eingaben wird das Keypad für eine Minute gesperrt. Danach verdoppelt sich bei jedem weiteren Fehlversuch die Sperrzeit, bis sie maximal 24 Stunden beträgt. Ein einfaches Durchprobieren ist damit praktisch ausgeschlossen.


KeypadVision abgenommen (links) | KeypadVision Rückseite (rechts)
Fazit zur Sicherheit
Ich sehe das SwitchBot Lock Ultra primär als Komfort-Upgrade – und das sage ich ganz bewusst. Es macht meinen Alltag spürbar angenehmer. Ob es meine Tür sicherer macht als ein normales Schloss? Das ist fraglich. Aber es schwächt die Sicherheit auch nicht. Es ist eine andere Art der Sicherheit: digitale Kontrolle statt physischer Schlüssel.
Neu: SwitchBot Keypad Vision PRO
Bevor wir zum Fazit kommen, möchte ich noch einen kurzen Hinweis zu etwas geben, das ich in diesem Review nicht testen konnte, aber der Vollständigkeit halber erwähnen möchte: das neue SwitchBot Keypad Vision Pro.
Das Lock Ultra lässt sich nämlich nicht nur mit dem hier getesteten Keypad Vision, sondern auch mit verschiedenen anderen Keypads kombinieren, darunter das günstigere Keypad Touch ohne Face-Unlock und das brandneue Keypad Vision Pro. Welche Variante ihr kauft, hängt also ganz von eurem Budget und euren Anforderungen ab.
Das Vision Pro ist derzeit die leistungsstärkste Keypad-Option im SwitchBot-Ökosystem. Der auffälligste Unterschied zum normalen Vision ist, dass es die bekannte 3D-Gesichtserkennung um eine Handflächenerkennung ergänzt. Das Gerät scannt die einzigartigen Venenmuster in eurer Handfläche – eine Methode, die noch schwerer zu fälschen ist als Fingerabdrücke oder 3D-Gesichtsdaten. Laut SwitchBot öffnet das Vision Pro die Tür in gerade einmal 0,3 Sekunden, was noch einmal schneller sein soll als beim normalen Vision. Hinzu kommt ein 940-nm-Infrarotlicht, das auch bei völliger Dunkelheit eine zuverlässige Erkennung ermöglichen soll. Ansonsten gilt das Gleiche wie beim Vision: Alle Biometriedaten bleiben lokal auf dem Gerät und werden nicht in die Cloud hochgeladen.


Screenshot Webseite KeypadVision PRO (links) | Screenshot Features (rechts)
Das Vision Pro kostet als einzelnes Keypad rund 170 Euro. Es ist außerdem direkt als Bundle zusammen mit dem Lock Ultra erhältlich – die sogenannte Lock Ultra Vision Pro Combo. Ich habe es nicht selbst getestet. Wer aber von Anfang an das Maximum aus dem System herausholen will und bereit ist, entsprechend mehr zu investieren, sollte sich das Vision Pro zumindest anschauen.
Fazit & Kaufempfehlung
Nach acht Monaten kann ich sagen, dass das SwitchBot Lock Ultra Vision Combo ein rundes Paket ist, das im Alltag wirklich funktioniert.
Überzeugt haben mich das breite Spektrum an Entsperrmethoden für wirklich jeden Anwendungsfall, die Gesichtserkennung, die auch mit Kopfbedeckung zuverlässig arbeitet, das Triple-Battery-System, das ein Aussperren praktisch ausschließt, die gut durchdachte App und die solide Metallverarbeitung des Schlosses. Matter-Support und der Hub Mini mit Infrarot machen das Ganze zudem zukunftssicher.
Verbesserungswürdig ist die Öffnungsgeschwindigkeit. Auch die Erkennung des Fingerabdrucks oder Gesichts könnte schneller sein – manchmal brauche ich zwei Versuche. Für 300 Euro ist das außerdem kein Impulskauf. Das alles sind Punkte, die ich der Vollständigkeit halber nennen muss.


Ring Intercom neben KeypadVision (links) | LockUltra, KeypadVision, NFC-Karte (rechts)
Aber für wen lohnt es sich? Wenn ihr ein zuverlässiges Smart-Home-Schloss sucht, das sich gut ins bestehende Ökosystem integriert, viele Entsperrmethoden bietet und dabei nicht das Risiko birgt, ausgesperrt zu werden, dann ist das SwitchBot Lock Ultra Vision Combo eine sehr gute Wahl. Besonders praktisch ist es in Kombination mit anderen Smart-Home-Geräten. Bei mir öffnet die Haustür über das Ring-Intercom automatisch per Home-Assistant-Automation – ich brauche den Schlüssel wirklich kaum noch. Das dazu passende Review des Ring-Intercoms findet ihr in der Infokarte.
Wer ein möglichst unsichtbares, schlankes Schloss möchte oder mit dem Preis von 300 Euro zögert, sollte sich vielleicht auch die Produkte von Nuki oder Yale anschauen. Einen direkten Vergleich kann ich aber nicht liefern, da dies mein erstes Smart Lock ist.
Mein persönliches Urteil nach acht Monaten: Ich würde es jederzeit wieder kaufen, nicht weil es perfekt ist, sondern weil es funktioniert. Zuverlässig, täglich, ohne Drama.
SwitchBot Lock Ultra mit Keypad Vision
SwitchBot WLAN Smart Lock Ultra mit Keypad Vision, 3D-Gesichts-/Fingerabdruckerkennung, Elektronisches Türschloss mit Aufladbarem Akku, Öffnen per Gesicht, Fingerprint, Code, Alexa, unterstützt Matter.
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