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Sony Interactive Entertainment hat gestern, am 1. Juli 2026, offiziell das Ende der physischen Spiele-Discs für PlayStation angekündigt. Wie Sid Shuman, Senior Director of Content Communications bei Sony, im offiziellen PlayStation-Blog mitteilte, wird die Produktion von Game-Discs für alle neuen PlayStation-Titel ab Januar 2028 eingestellt. Neue Spiele erscheinen dann ausschließlich im PlayStation Store sowie bei Händlern in digitalen Formaten – ein Schritt, der die seit langem schwelende Diskussion um das Ende der physischen Spiele endgültig auf den Punkt bringt.

Das Ende der Disc-Ära

Ab Januar 2028 wird kein Publisher mehr neue PlayStation-Spiele auf Disc ausliefern können – zumindest nicht über Sonys offizielle Vertriebswege. Die Ankündigung betrifft sowohl Sonys eigene First-Party-Titel als auch Spiele von Drittpublishern, die auf PlayStation erscheinen. Bereits veröffentlichte Spiele sowie alle Titel, die noch bis Januar 2028 auf Disc erscheinen, bleiben von der Umstellung unberührt. Sony selbst bezeichnet den Schritt als „natürliche Entwicklung“, um sich an die veränderten Konsumgewohnheiten der Spieler anzupassen, wie Push Square berichtet.

85 Prozent digitale Käufe

Die Entscheidung überrascht nicht: Bereits heute werden rund 85 Prozent aller Spielekäufe auf PlayStation in digitaler Form getätigt. Der Trend zur Digitalisierung hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich beschleunigt – nicht zuletzt durch die beiden Digital-Editionen der PS5, die ohne Laufwerk auskommen. Auch die Ankündigung von Rockstar, Grand Theft Auto VI nur noch als Code in der Box und nicht auf Disc auszuliefern, galt als wegweisendes Signal, wie IGN analysiert. Sonys Schritt ist damit die logische Konsequenz eines längst laufenden Wandels.

Was bedeutet das für die PlayStation 6?

Mit der Ankündigung wird immer wahrscheinlicher, dass die kommende PlayStation 6 kein integriertes Disc-Laufwerk mehr haben wird. Der Branchenanalyst Daniel Ahmad von Niko Partners sieht durch die heutige Nachricht die PS6 als „digital only“ bestätigt, wie The Guardian berichtet. Es gilt allerdings als möglich, dass Sony ein separates, optionales Laufwerk als Zubehör anbieten könnte – ähnlich wie beim PS5-Digital-Refresh – um die Abwärtskompatibilität mit bestehenden physischen PS4- und PS5-Spielen zu gewährleisten. Die Frage der Abwärtskompatibilität ist damit einer der größten offenen Punkte: Ohne Laufwerk könnten Spieler ihre bestehenden Disc-Sammlungen auf einer PS6 nicht mehr nutzen.

Parallel: PS3- und Vita-Stores schließen

Zeitgleich mit der Disc-Ankündigung gab Sony bekannt, dass auch die digitalen Stores für PlayStation 3 und PS Vita in Kürze geschlossen werden. In einigen Märkten endet der Zugang bereits ab August 2026, global folgt die Schließung bis Juli 2027. Damit verschwinden die letzten verbliebenen digitalen Verkaufsplattformen für Sonys ältere Konsolen – ein weiterer Schritt in Richtung einer vollständig digitalen Ökosystem-Strategie.

Ein Wendepunkt für die Spieleindustrie

Sonys Ankündigung markiert eine Zäsur. Nach über 30 Jahren PlayStation-Geschichte mit physischen Datenträgern – von der PS1-CD über die PS2-DVD, die PS3-Blu-ray bis zur PS5-Disc – endet eine Ära. Für Sammler und Liebhaber physischer Medien ist das ein harter Einschnitt. Aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Schritt für Sony jedoch nachvollziehbar: Discs zu produzieren, zu lagern und zu transportieren kostet Geld, das sich bei einem digitalen Download komplett einsparen lässt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Sony die Bedenken zur Abwärtskompatibilität adressieren und wie der Konzern die Preisgestaltung im rein digitalen Zeitalter handhaben wird. Der Druck auf die Konkurrenz dürfte nun ebenfalls steigen – Microsoft dürfte ähnliche Pläne für die nachfolgende Xbox-Generation nicht ausschließen.