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Brave, der auf Privatsphäre spezialisierte Browser mit über 115 Millionen Nutzern, wagt ein ungewöhnliches Experiment. Das Unternehmen hat mit Brave Origin eine Version seines Browsers veröffentlicht, die man kaufen muss. Laut Ankündigung auf dem Brave-Blog richtet sich das Angebot an Nutzer, die einen minimalistischen Browser ohne die zahlreichen Zusatzfunktionen wie Kryptowallet, VPN oder KI-Assistenten wünschen, aber dennoch nicht auf den Datenschutz verzichten wollen.
Was Brave Origin anders macht
Brave Origin ist kein Premium-Upgrade im klassischen Sinne, sondern eine abgespeckte Variante. Wo der normale Brave-Browser mit Leo AI, Brave Rewards, einem Kryptowallet, VPN, Web3-Funktionen und Brave News daherkommt, verzichtet Origin auf genau diese Features. Was bleibt, sind die Kernkompetenzen: der bewährte Werbe- und Tracker-Blocker Brave Shields, Chromium-Updates und regelmäßige Sicherheitspatches. Laut Brave handelt es sich um „dieselbe Privatsphäre und Leistung“ wie beim Original, nur ohne die Extras.
Der Clou: Einmal gekauft, kann die Lizenz auf allen Geräten aktiviert werden – egal ob Windows, macOS, Android oder iOS. Eine Besonderheit gibt es für Linux-Nutzer: Für sie bleibt Brave Origin kostenlos.
Warum für weniger Funktionen zahlen?
Die Idee mag auf den ersten Blick paradox erscheinen: Für einen Browser bezahlen, der weniger kann als die Gratis-Version. Brave argumentiert, dass es „keinen kostenlosen Browser“ gebe. Bei Chrome sei der Nutzer selbst das Produkt, da Google Daten für sein Werbegeschäft sammle. Brave blockiert all das standardmäßig und finanziert sich stattdessen über Premium-Funktionen wie VPN, KI oder Krypto. Origin richtet sich an jene Nutzer, die keine dieser Einnahmequellen nutzen möchten, Brave aber dennoch unterstützen wollen.
Brave CTO und Mitgründer Brian Bondy erklärte: „Origin bietet unseren Nutzern den Werbe- und Tracker-Blocker, den sie wollen, gekoppelt mit der Möglichkeit zu verwalten, welche Funktionen im Browser erscheinen – gegen eine einmalige Gebühr für alle Geräte.“
Preis, Verfügbarkeit und erste Reaktionen
Brave Origin kostet 59,99 US-Dollar als einmalige Zahlung. Der Browser ist ab sofort als separates Standalone-Programm für Desktop erhältlich, kann aber auch als Upgrade für die bestehende Brave-Installation aktiviert werden. Maximal zehn Aktivierungen pro Kauf sind vorgesehen, wobei Nutzer bei Bedarf weitere Aktivierungen anfordern können – so CTO Bondy in einer Antwort auf Nutzerkritik.
In ersten Reaktionen zeigten sich einige Nutzer skeptisch. Ein Kommentar auf Reddit lautete: „60 Dollar ist ein stolzer Preis für einen Chromium-basierten Browser.“ Andere fragten sich, warum man nicht einfach die unerwünschten Funktionen in der kostenlosen Version deaktivieren könne – was technisch möglich ist. Brave-CEO Brendan Eich signalisierte jedoch Offenheit, das Einmalzahlung-Konzept zu überdenken.
Ein mutiger Schritt
Brave Origin ist ein interessantes Experiment in einer Browser-Landschaft, die von kostenlosen Angeboten dominiert wird. Ob sich das Modell durchsetzt, hängt davon ab, ob genug Nutzer bereit sind, für Privatsphäre und Minimalismus zu zahlen. Mit dem Festhalten an der kostenlosen Version geht Brave kein Risiko ein – die Frage ist, ob Origin tatsächlich eine neue Einnahmequelle erschließt oder eine Nische für Puristen bleibt.
Quellen
Brave Blog: „New Brave Origin premium experience offers users a minimalist version of the Brave browser“
PCMag: „A $60 Browser? Brave Origin Tries to Woo Minimalist Internet Users“
Thurrott.com: „Switcher 2026: The What, Why, and How of Brave Origin“
The Futurum Group: „Paid Privacy: Brave Challenges Big Tech“
Brave Support: „What is Brave Origin?“

