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Es war eine der spektakulärsten Ankündigungen rund um Valves neue Steam Machine: Der Zubehör-Hersteller Dbrand präsentierte am 22. Juni ein Gehäuse im Design des Weighted Companion Cube aus der Portal-Spielreihe. Doch nur eine Woche später ist der Traum geplatzt. Auf Anfrage von Valves Rechtsabteilung musste Dbrand das Produkt komplett zurückziehen und alle Vorbestellungen in Höhe von knapp 130 US-Dollar erstatten.

Zweitschnellster Verkaufserfolg, jähes Ende

Am selben Tag, an dem Valve die Reservierungen für die Steam Machine öffnete, legte Dbrand nach: mit einem Gehäuse, das den würfelförmigen Mini-PC in eine Hommage an den Companion Cube aus Portal verwandelte. Das Konzept war bereits im November 2025 viral gegangen, über 15.000 Interessenten meldeten sich am ersten Tag für eine Benachrichtigung.

Nach monatelanger Entwicklung ging das Produkt am 22. Juni in den Vorverkauf. Laut Angaben von Dbrand wurde es zum zweit schnellstverkauften Produkt der Firmengeschichte. Doch der Erfolg währte nur kurz: Nur wenige Tage später griff Valves Rechtsabteilung ein.

Der Grund, so Dbrand in einem Reddit-Beitrag: „Wir haben den Companion Cube ohne Lizenz von Valve hergestellt.“

Erst gebaut, dann gefragt

In einem ausführlichen Beitrag räumte Dbrand ein, dass man nie Valves Erlaubnis für das Projekt eingeholt hatte. „Diese Entscheidung werden wir noch sehr lange bereuen“, schrieb das Unternehmen. Auf den Takedown-Hinweis von Valve hin versuchte Dbrand, den Schaden zu begrenzen: Man fragte bei Valve an, ob eine nachträgliche Lizenzierung möglich sei.

Doch Valve lehnte ab. „Angesichts unserer verkehrten Vorgehensweise, erst bauen und später um Erlaubnis fragen, war das eine faire Antwort“, gestand Dbrand ein. Gegenüber The Verge bestätigte CEO Adam Ijaz, dass sämtliche produzierten Einheiten vernichtet werden müssen. Einen Plan B gebe es nicht: „Wir haben das verkackt.“

Nicht der erste Fehltritt

Für Dbrand ist dies nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung dieser Art. Bereits 2021 hatte Sony den Hersteller abgemahnt, weil er individuelle Frontblenden für die PS5 anbot, ebenfalls ohne Lizenz. Dbrand forderte Sony damals öffentlich auf, eine Klage einzureichen, musste die Darkplates letztlich aber vom Markt nehmen.

Das Unternehmen hat sich mit provokativen Marketing-Aktionen und einem konfrontativen Stil gegenüber großen Konzernen einen Namen gemacht. Dieses Mal jedoch hatte die Strategie keinen Erfolg: Valves klare Absage und die Vernichtung der bereits produzierten Ware zeigen, dass der Konzern keine Kompromisse bei seinem geistigen Eigentum macht.

Wie geht es weiter?

Für Besitzer einer Steam Machine ist das Thema Customization damit noch nicht beendet. Valve hat angekündigt, Designdaten für die magnetisch befestigte Frontplatte der Konsole zu veröffentlichen. Damit können Dritthersteller und Privatpersonen eigene Frontplatten per 3D-Druck fertigen, ein offener Ansatz, der an Valves Philosophie bei Steam Controller und Steam Deck erinnert.

Auch Dbrand selbst will weitermachen: Gegenüber Steam Deck HQ bestätigte das Unternehmen, dass man weiterhin Steam-Machine-Zubehör wie Skins und Faceplates plane, diesmal hoffentlich mit den nötigen Genehmigungen.

Fazit

Der Fall Dbrand zeigt eindrucksvoll, dass auch ein jahrelang etablierter Zubehör-Hersteller nicht über den Rechten großer Konzerne steht. Die Vernichtung des Companion Cube ist nicht nur ein finanzieller Verlust für Dbrand, sondern auch eine verpasste Chance für die Fans, die sich auf das außergewöhnliche Design gefreut hatten. Die gute Nachricht: Mit den öffentlichen Frontplatten-Daten von Valve könnte trotzdem kreativer Ersatz entstehen.